Makroökonomisches Planspiel

Volkswirtschaftslehre, als Modellwissenschaft, stellt die Studierenden vor hohe Anforderungen hinsichtlich ihrer Abstraktionsfähigkeit. Viele Modelle werden von Studierenden zwar isoliert nachvollzogen, aber es fehlt häufig am Transfer auf die Realität. Besonders schwer fällt es Studierenden, die Modelle in ihrer Interaktion und Wechselwirkung nachzuvollziehen.

Dies ist der Punkt, an dem das Spiel ansetzt: Zwar gibt es eine Reihe von mehr oder weniger komplexen volkswirtschaftlichen Planspielen, aber keines stellt explizit den Bezug zu den Standard-Modelle in makroökonomischen Einführungskursen her, wie sie auch von allen BWL-Studierenden durchlaufen werden. 

Volkswirtschaftliche Planspiele haben sich in der Hochschullehre bewährt. Der Einsatz von Planspielen in der Hochschullehre mit makroökonomischen Inhalten reicht bis in das Jahr 1970 zurück.  In Deutschland hat das Spiel MACRO von Joachim Starbatty (1991) , das noch heute von der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft angeboten wird,  die größte Verbreitung gefunden.  

Das Planspiel OECONOMICA entstand im Rahmen meiner Lehre. Nach dem Modul „Makroökonomik“ schließt sich im Curriculum ein Modul zur „Wirtschaftspolitik“ an. Darin sollen die theoretischen Grundlagen aus dem vorherigen Modul auf wirtschaftspolitische Fragen angewendet werden. Das Planspiele ermöglicht es, insbesondere hier die Wechselwirkungen und Zielkonflikte zu betonen.

Das Grundgerüst des Spielaufbaus von MACRO hat sich bewährt und wurde als Grundlage des Spiels OECONOMICA genutzt. Allerdings gibt es an vielen Stellen die Notwendigkeit, eine klare Ausrichtung der Spielgestaltung an den unterschiedlichen Zielgruppen vorzunehmen.